SPIT_000
Mai 2026
Zungenabstrich · Shotgun-NGS
spit-health.com
Überblick
Wir ordnen deine Werte danach ein, was du damit tun kannst: stabil halten, im Blick behalten oder aktiv verbessern. Eine Momentaufnahme deiner Zungenprobe — kein diagnostischer Befund.
Mouth Score
6,6 / 10 — dein Gesamtbild aus den fünf Werten (Mittelwert). Eine Wellness-Orientierung, keine Note. Dein größter Hebel: Atemfrische.
Stabil halten
Das sind deine Stärken — was in dieser Probe breit und ausgewogen wirkt.
Im Blick behalten
Nicht dramatisch — eine Richtung, die wir im Verlauf weiter einordnen. Die für Säureschutz und Zahnfleisch aussagekräftigsten Bakterien sitzen vor allem im Zahnbelag und in den Zahnfleischtaschen — aus einer Zungenprobe erfassen wir sie nur indirekt und lesen diese beiden Werte deshalb als Tendenz.
Aktiv verbessern
Dein klarster Hebel für die nächsten 3 Monate. Passt zu einem Atemprofil, bei dem Zungenbiofilm und geruchsassoziierte Bakterien eine Rolle spielen können.
Neu & spannend: Nitrat-Potenzial Beta
Wie stark dein Mundmikrobiom pflanzliches Nitrat aus Rucola, Spinat oder Roter Bete umwandeln kann — ein mikrobielles Potenzial, keine medizinische Aussage. Mehr dazu auf S. 7.
Ein Score ist eine Wellness-Orientierung — kein Labor- oder Diagnostikwert. Niedrige Werte sind kein Alarm, sondern zeigen, wo dein größter Hebel liegt. Wie wir rechnen: S. 9.
Deine Top-3-Einflüsse
In dieser Probe zeigen sich vermehrt geruchsassoziierte Bakterien auf der Zunge — u. a. Prevotella melaninogenica (14,3 %) und Fusobacterium (3,2 %) (relative Häufigkeit). Diese Gruppen werden mit der Bildung flüchtiger Schwefelverbindungen (VSC) in Verbindung gebracht — ein Hauptfaktor fürs Atemprofil von der Zunge.
Schnarchen und Mundatmung können nachts den Speichelfluss senken. Speichel hält geruchsassoziierte Bakterien in Schach — ist der Mund trockener, können sie sich ungestörter ausbreiten.
Mandelsteine und Reflux/Aufstoßen können zusätzlich beitragen. Diese liegen außerhalb des Mundmikrobioms (mehr dazu auf S. 6).
Dein Plan
Wenn du überfordert bist, starte nur hier.
Zungenschaber — kann den Zungenbiofilm reduzieren, wo viele geruchsassoziierte Bakterien sitzen.
Zink / CPC — kann geruchsbildende Schwefelverbindungen binden.
Interdentalbürsten — reinigen Bereiche, die die Zahnbürste nicht erreicht.
K12 — kann die Balance im Mundraum unterstützen.
Produkte, die zu deinem Profil passen
Alles optional und zur Unterstützung deiner Routine gedacht — keine Behandlung.
Zahnpflegeprodukte
Probiotika
Supplements
Wir empfehlen unabhängig und erhalten keine Provisionen. Die Auswahl basiert auf Inhaltsstoffen und deinem Profil. Alle Empfehlungen sind eine mögliche Ergänzung zu deiner Routine, kein Muss — und keine Behandlung oder Heilversprechen. Im Zweifel mit Ärztin oder Apotheke abstimmen.
Vertiefung
Die Zusammenhänge und die Wissenschaft dahinter. Kein Muss — dein Plan oben steht für sich. Lies weiter, wenn du wissen willst, warum.
Auswirkungen deines Lifestyles
Schlaf, Ernährung und Bewegung können dein Mikrobiom beeinflussen. Hier die Hebel, die zu deinem Profil passen — abgeleitet aus deinen Werten und deinem Fragebogen.
Schnarchen + nächtliche Mundtrockenheit (aus deinem Fragebogen).
Nachts ist der Speichelfluss reduziert. Speichel hält geruchsassoziierte Bakterien in Schach — ist der Mund trockener, können sie sich ungestörter ausbreiten. Das passt zu deinem Atemprofil (2/10) am Morgen.
Dein HebelKopfteil 15–20 cm erhöhen, Wasser ans Bett. Kann Trockenheit und Reflux verringern — beides kann zum Morgenatem beitragen.
Sehr hohe Vielfalt (9/10) — das willst du füttern, nicht reparieren.
Ein vielfältiges Mikrobiom ist ein robustes Mikrobiom. Was es nährt: möglichst viele verschiedene Pflanzen über die Woche (~60), ballaststoffreiche und fermentierte Lebensmittel (Joghurt, Kefir, Sauerkraut, Kimchi) sowie Polyphenole aus Beeren, grünem Tee oder Olivenöl.
Dein HebelJe bunter der Teller, desto mehr Bakterien finden Nahrung — und diese Vielfalt kann zur Widerstandskraft deines Mundes beitragen.
„Bei dir" = aus deinen Messwerten / deinem Fragebogen abgeleitet. Allgemeine Ernährungshinweise gelten unabhängig von deinen Werten.
Auswirkungen deines Lifestyles
Zahnfleisch mikrobiell ein leises Signal (6/10) · regelmäßige Bewegung — ein Plus, das du beibehalten kannst.
Stress kann über Cortisol den Speichelfluss senken; Bewegung kann hier ausgleichend wirken — bei dir läuft das schon gut.
Dein HebelBewegung beibehalten. Zusätzlich: 10 Min Ruhe-Routine oder die 4-7-11-Atmung, wenn der Tag stressig wird.
Keine Diagnosen — nur Hinweise, bei denen passende Fachrichtungen weiterhelfen können.
Mandelsteine — können eine zusätzliche Geruchsquelle sein (bei Wiederkehr lohnt ein HNO-Blick).
Reflux / Aufstoßen — lohnt sich zu beobachten; bei Bedarf ein Gespräch mit dem Hausarzt.
Lautes Schnarchen — ein zweiter Blick kann sich lohnen, auch unabhängig vom Atem-Thema.
Nimm deinen Report mit zur professionellen Zahnreinigung. Dein Zahnfleisch-Muster ist eine zusätzliche Information für deine Dentalhygienikerin oder Zahnärztin — gemeinsam mit dem klinischen Befund (z. B. PSI, Blutungsneigung) lässt sich dein persönliches Reinigungs-Intervall besser einschätzen. Wir geben keine Intervalle vor; das entscheidet die Fachkraft.
Mund & Körper
Mund und Körper hängen zusammen: Die Forschung untersucht, wie das orale Mikrobiom mit der Allgemeingesundheit in Verbindung steht — etwa mit Entzündungs-, Gefäß- und Stoffwechselprozessen. Das ist ein junges, aktives Forschungsfeld.
Wichtig: Daraus leiten wir keine persönlichen Krankheitsrisiken für dich ab — dein Ergebnis ist eine Wellness-Orientierung, keine medizinische Einschätzung.
Gut zu wissen — Zucker & dein Mund
Zucker selbst ist nicht das Problem — die Bakterien, die ihn verstoffwechseln, sind es. Sie bilden daraus Säure, der pH-Wert fällt, und unterhalb von etwa pH 5,5 beginnt der Zahnschmelz, Mineralien zu verlieren. Entscheidend ist weniger die Menge als die Häufigkeit: Jeder zuckerhaltige Snack startet einen neuen Säure-Angriff von rund 20–30 Minuten.
Die Wissenschaft dahinter
Dieser Teil erklärt das Warum hinter deinen Scores. Reine Vertiefung — du musst ihn nicht gelesen haben, um deinem Plan zu folgen.
Dein Mundmikrobiom enthält Bakteriengruppen, die pflanzliches Nitrat aus Lebensmitteln wie Rucola, Spinat oder Roter Bete zu Nitrit umwandeln können. Dieser Wert beschreibt ein mikrobielles Potenzial — keine Aussage über Blutdruck, Gefäßgesundheit oder medizinische Wirkung.
Bei dir relevant (relative Häufigkeit): Rothia, Actinomyces, Veillonella — Neisseria nur in Spuren. Das spricht eher für ein vorhandenes Umwandlungs-Potenzial.
Eingeschränkt / Beta — aktuell abgeleitet aus Bakterienprofil und Lifestyle. Für höhere Aussagekraft berücksichtigen wir künftig zusätzlich funktionelle Gene der Nitrat-/Nitrit-Reduktion. Explorative Einordnung, nicht laborchemisch gemessen.
Der Mechanismus heißt funktionelle Redundanz. In einem vielfältigen Mikrobiom übernehmen mehrere Spezies dieselben Aufgaben — Nitrat-Reduktion, Säure-Pufferung, Schleimhaut-Schutz. Fällt eine Art durch einen Trigger aus (Antibiotikum, Infekt, Stress, Ernährungsumstellung), springen funktional gleichwertige Arten ein. Das System bleibt stabil. Bei niedriger Vielfalt fehlt dieses Backup — eine einzige Störung kann das Gleichgewicht Richtung Dysbiose kippen.
In der Forschung heißt das ecological plaque hypothesis: Nicht einzelne Bakterien sind entscheidend, sondern das Gleichgewicht zwischen ihnen. Deshalb schauen wir auf Muster und Verhältnisse statt auf einzelne „gute" oder „schlechte" Arten.
Streptococcus salivarius — wird mit pH-Pufferung in Verbindung gebracht (Ammoniakbildung).
Rothia — einige Rothia-Arten können zur Nitratreduktion beitragen.
Pauljensenia — wird mit einem ausgewogenen Mundmilieu assoziiert (Datenlage noch begrenzt).
Prevotella melaninogenica (14,3 %) — wird mit VSC-/Geruchsbildung in Verbindung gebracht.
Fusobacterium (3,2 %) — kontextabhängig mit Geruch und Zahnfleisch-Milieu assoziiert.
Streptococcus mutans — säureassoziiert; in dieser Probe kaum nachweisbar.
Deine Bakterienverteilung
Für Expert:innen
Alle Werte sind relative Häufigkeiten (%) der Top-Taxa, nicht die absolute Keimlast. Datengrundlage: Shallow Shotgun-Sequenzierung, taxonomisch gemappt gegen HROM/eHOMD. Einzelne unbenannte Referenzgenome bzw. HROM-IDs können vorkommen.
Funktionelle Pathways und vorhergesagte Metabolite sind explorativ — eine Vorhersage aus dem genetischen Potenzial, nicht laborchemisch gemessen.
Fortschritt
Wir schauen nicht nur auf einen Score, sondern auf ein Muster: Atemfrische, Geruchsbildner, Schutzbakterien und Vielfalt.
| Heute | Richtung beim Re-Test | |
|---|---|---|
| Atemfrische 2/10 | → | Richtung höher |
| Prevotella melaninogenica 14,3 % | → | beobachten (nicht isoliert bewerten) |
| Fusobacterium 3,2 % | → | beobachten |
| S. salivarius (schützend assoz.) 12 % | → | im Blick behalten |
| Vielfalt 9/10 | → | stabil halten |
Wir zeigen Richtungen, keine Zielwerte — eine Veränderung ist kein Versprechen. Nach deinem zweiten Test zeigen wir dir den Verlauf.
Wie wir rechnen — kurz erklärt
Glossar
VSC: flüchtige Schwefelverbindungen — schwefelartige Geruchsstoffe, die manche Bakterien bilden können. K12: Stamm S. salivarius K12, der die Balance im Mund unterstützen kann. L. reuteri: probiotischer Stamm fürs Mundmilieu. CPC: sanfter antibakterieller Wirkstoff in Spülungen. Nitrat-Potenzial: geschätzte Fähigkeit deines Mikrobioms, pflanzliches Nitrat umzuwandeln (Beta). Momentaufnahme: ein Ergebnis zu einem Zeitpunkt, kein Dauerzustand. Shannon / Gini-Simpson: Maße für Vielfalt bzw. Ausgewogenheit.